Freitag, 19. Mai 2017

Imperialismus





Imperialismus
Als Imperialismus (von lateinisch imperare „herrschen“; imperium „Weltreich“; bezeichnet man das Bestreben eines Staatswesens bzw. seiner politischen Führung, in anderen Ländern oder bei anderen Völkern wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu erlangen, bis hin zu deren Unterwerfung und zur Eingliederung in den eigenen Machtbereich.
Typischerweise geht das damit einher, eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

    1. Politik
    das Streben von Großmächten nach einer (militärischen, politischen und wirtschaftlichen) Vormachtstellung, das mit rücksichtsloser, expansiver Politik durchgesetzt wird.

    2. Politik/Geschichte
    die Expansionsbewegung der europäischen Großmächte zu Ende des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts (in deren Verlauf zahlreiche Kolonien gegründet wurden).

    3. Imperialismus
    Unter dem Begriff Imperialismus versteht man den Willen und die Fähigkeit einer Nation, ihre eigenen Wertvor-stellungen, Interessen und ihre Weltanschauung weltweit geltend zu machen.
Der Imperialismus ist so ausgelegt, dass durch militärische Unterwerfung sowie politische als auch wirtschaftliche Einflussnahme die Länder direkt vom „Mutterland“ abhängig gemacht werden und letztendlich auch ausgebeutet werden.   

    4. Sozialdarwinismus
Als der Biologe Charles Darwin seine Theorie vom „Recht des Stärkeren“ und die Prinzipen der Evolution und Selektion veröffentlichte, wurde dies damals vor allem von vielen Gesellschaftswissenschaftlern auf das Zusammenleben der Menschen übertragen.
Sie interpretierten die Theorien so um, dass sich Menschen ein Recht zu verschaffen meinten, die angeblich „minder-wertigen und wertlosen“ Menschen zu unterdrücken und auszubeuten. Die Evolutionstheorien wurden immer als „Kampf ums Dasein“ aufgefasst und sofort in die Praxis umgewandelt.

    5. E
uropäischer Imperialismus   
Die Epoche des europäischen Imperialismus (1882- 1914)
Die klassische Epoche des europäischen Imperialismus verläuft zwischen 1882 und 1914. Zuerst setzte der Imperialismus in Großbritannien ein und erfasste sehr schnell die übrigen europäischen Großmächte. Den militärisch, industrie- und kapitalstarken europäischen Staaten gelang es relativ schnell die „weniger“ entwickelten afrikanischen Staaten zu unterwerfen.
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 war der Höhepunkt des Imperialismus erreicht. Zu diesem Zeitpunkt war die Hälfte der Erdoberfläche mit über einem Drittel der Weltbevölkerung in Kolonialbesitz.
    Die traditionellen Kolonialmächte Großbritannien, Frankreich, Spanien, Portugal und Russland ermöglichten es den aufstrebenden Mächten wie z.B. den USA, dem Deutschen Reich, Belgien, Italien und Japan sich am Wettlauf um die Welt zu beteiligen.
Vorrangiges Ziel war es möglichst große Erdteile zu erobern um so ihre heimischen Absatzmärkte und ihre Rohstoffbe-dürfnisse zu sichern um wettbewerbsfähig gegenüber den anderen Mächten zu bleiben.

    6. Die Motive des Imperialismus
    Es gibt verschiedene die Formen und Motive des Imperialismus auszulegen.
        1.Motiv:     Machtpolitisch
            Form:     Prestigegewinn, Weltherrschaft zu übernehmen
                Bsp.:      Deutsches Reich
        2.Motiv:     Territorialpolitisch
            Form:     Sicherung des Einflusses
                Bsp.:       Die Kolonialisierung Chinas und Afrikas
        3.Motiv:     Wirtschaftlich
            Form:     Sicherung des Handels (Rohstoff – und Absatzmarkt), Finanzkontrolle.
                Bsp.:       GB in USA, Indien
        4.Motiv:     Bevölkerungspolitisch
            Form:     Sicherung von Siedlungsräumen
                Bsp.:       Russland
        5.Motiv:     Ideologisch
            Form:     Missionierung (Kultur, Religion), Rassismus
                Bsp.:     Frankreich (Assimilation).

M., Imperialismus‹, 19. Jh. (Frantz 1862) (Säbelherrschaft‹), zu spätlat. imperialis, Adj., die  Staatsgewalt betreffend‹, zu lat. imperium, N., Befehl, siehe imperativ, vgl. Geschichtliche  Grundbegriffe
 - imperium; lat., N., £Befehl, Macht, Reich‹, zu lat. in, im, Präp., Präf., in, lat. parare, V., bereiten, rüsten‹
 - Imperium, N., Weltmacht, Weltreich‹, 16. Jh., siehe imperium

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imperialism (n.) Look up imperialism at Dictionary.com
1826, "advocacy of empire, devotion to imperial interests," originally in a Napoleonic context, also of Rome and of British foreign policy; from imperial + -ism. At times in British usage (and briefly in U.S.) with a neutral or positive sense relating to national interests or the spread of the benefits of Western civilization, but from the beginning usually more or less a term of reproach. General sense of "one country's rule over another," first recorded 1878. Picked up disparagingly in Communist jargon by 1918.

        It is the old story of 1798, when French republicanism sick of its own folly and misdeeds, became metamorphosed into imperialism, and consoled itself for its incapacity to found domestic freedom by putting an iron yoke upon Europe, and covering it with blood and battle-fields. [Francis Lloyd, "St. James's Magazine," January 1842]

hegemonism (n.) Look up hegemonism at Dictionary.com
    1965, in reference to a policy of political domination, on model of imperialism; see hegemony + -ism.

anti-imperialist (adj.) Look up anti-imperialist at Dictionary.com
    1898, American English, in debates about the Spanish-American War, from anti- + imperialist. It was the title of a weekly anti-war publication begun in 1899. Related: Anti-imperialism.

imperialist (n.) Look up imperialist at Dictionary.com
    c. 1600, "an adherent of an emperor or the imperial cause," such as the emperor of Germany (in the Thirty Years War), France, China, etc., probably modeled on French impérialiste (early 16c.); from imperial + -ist. The shift in meaning to "advocate of imperialism" (1893) came via the British Empire, which involved a worldwide colonial system. See imperialism. As a term of abuse in communist circles, attested by 1918. As an adjective by 1816.

cultural (adj.) Look up cultural at Dictionary.com
    1868, in reference to the raising of plants or animals, from Latin cultura "tillage" (see culture (n.)) + -al (1). In reference to the cultivation of the mind, from 1875; hence, "relating to civilization or a civilization." A fertile starter-word among anthropologists and sociologists, for example cultural diffusion, in use by 1912; cultural diversity by 1935; cultural imperialism by 1937; cultural pluralism by 1932; cultural relativism by 1948.

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    Quellen & weitere Informationsmöglichkeiten:

    - Chronik der Deutschen Verlag S.553 Ausgabe 1983
    - MSN Encarta-Sozialdarwinismus
    - Wikipedia Freie Enzyklopädie
    - de.wikipedia.org/wiki/Imperialismus

      - www.cdrnet.net/kb/data/GS_Imperialismus.asp

      - www.duden.de/rechtschreibung/Imperialismus

      - www.etymonline.com/index.php?allowed_in_frame=0&search=imperialism

      - www.flwi.ugent.be

      - www.fu-berlin.de/hyperthek/arbeiten/i_p/meu_ras1.htm

      - www.geschichtsverein-koengen.de

      - www.gymnasium-damme.de

      - www.koeblergerhard.de/der/DERI.pdf

      - www.lsg.musin.de/geschichte/geschichte/lkg/Int-pol/imperialismus.htm

      - www.mpg-saarlouis.de   

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Literatur

  • Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Darin: Teil 2: Imperialismus. München 1986. (engl. Erstausgabe 1951)
  • Hannah Arendt: Über den Imperialismus. In: Die verborgene Tradition. Acht Essays. Frankfurt a. M. 1976,
  • Robert Bickers, Christian Henriot (Hrsg.): New frontiers: imperialism's new communities in East Asia, 1842–1953. Manchester University Press, Manchester 2000,
  • Ralph Bollmann: Lob des Imperiums – Der Untergang Roms und die Zukunft des Westens. wjs-Verlag, Berlin 2006,
  • François Caron: Geschichte Frankreichs. Bd. 5: Frankreich im Zeitalter des Imperialismus 1851–1918. Stuttgart 1991.
  • Alexander Demandt (Hrsg.): Das Ende der Weltreiche. Von den Persern bis zur Sowjetunion. Verlag H. Beck, München 1997, 
  • Frank Deppe u. a.: Der neue Imperialismus. Distel Verlag, Heilbronn 2004.
  • Frank Deppe, David Salomon, Ingar Solty: Imperialismus. Papyrossa, Köln 2011.
  • Jared Diamond: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften. S. Fischer, Frankfurt a. M. 1999,
  • Thomas Fischer/Anneliese Sitarz (Hrsg.): Die Grenzen des „American Dream“. Hans Sitarz als ‚Gelddoktor‘ in Nicaragua 1930–1934. In: Lateinamerika-Studien. Band 50. Iberoamericana/Vervuert, Frankfurt a.M. 2008, ISBN 978-3-86527-420-5.
  • Philip S. Foner: The Spanish-Cuban-American War and the Birth of American Imperialism 1895–1902. 2 Bände. New York/ London 1972. (sehr detaillierte Untersuchung mit vielen Quellen besonders aus US-amerikanischen Archiven)
  • David Harvey: Der neue Imperialismus. VSA, Hamburg 2005.
  • Karl Held (Hrsg.): Imperialismus 1: Ableitung – Anti-imperialistische Illusionen über Staat und Revolution. München 1979,
    RTF-Datei zum Download (364.580 Bytes)
     
    (Marxistische Analyse)
  • Eric J. Hobsbawm: Das imperiale Zeitalter 1875–1914. Fischer, Frankfurt a. M. 2004. (TB 16391)
  • Richard H. Immerman: Empire for liberty. A history of American imperialism from Benjamin Franklin to Paul Wolfowitz, Princeton u.a. (Princeton University Press) 2010. 
  • Wladimir Iljitsch Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. 1917. (Onlineversion)
     
  • Michael Mann: Geschichte der Macht. 3 Bände, Frankfurt 1990–1998.
  • Rudolf A. Mark: Im Schatten des 'Great Game'. Deutsche 'Weltpolitik' und russischer Imperialismus in Zentralasien 1871–1914. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2012.
  • Herfried Münkler: Imperien. Die Logik der Weltherrschaft – vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten. Rowohlt, Berlin 2005.
  • Oliver Nachtwey: Weltmarkt und Imperialismus. Zur Entstehungsgeschichte der klassischen marxistischen Imperialismustheorie. Neuer ISP-Verlag, Köln 2005, 
  • Sönke Neitzel: Weltmacht oder Untergang. Die Weltreichslehre im Zeitalter des Imperialismus. Schöningh, Paderborn 2000, 
  • Daniel A. Offiong: Imperialism and Dependency – Obstacles to African Development. Fourth Dimension Publishers, Enugu/Nigeria 1980,
  • Leo Panitch, Sam Gindin: Globaler Kapitalismus und amerikanisches Imperium. Aus dem Amerikanischen von Ingar Solty. VSA, Hamburg 2005.
  • John Pilger: Verdeckte Ziele. Über den modernen Imperialismus. Zweitausendeins, Frankfurt 2004, 
  • Klaus Schwabe: Weltmacht und Weltordnung. Amerikanische Außenpolitik von 1898 bis zur Gegenwart. Schöningh Verlag, Paderborn 2006.
  • Gregor Schöllgen: Das Zeitalter des Imperialismus. (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 15). 4. Auflage. München 2000. (hervorragende, umfassende und forschungsnahe Gesamtdarstellung mit 1223 Literaturhinweisen zu verschiedenen Einzelthemen).
  • Gerhard Stapelfeldt: Der Imperialismus – Krise und Krieg 1870/73 bis 1918/29. Erster Band: Politische Ökonomie. Dr. Kovac, Hamburg 2008, 
  • Gerhard Stapelfeldt: Der Imperialismus – Krise und Krieg 1870/73 bis 1918/29. Zweiter Band: Anthropologie und Rationalität. Dr. Kovac, Hamburg 2008,
  • Wolfgang Caspart: Das Gift des globalen Neoliberalismus. Mit Turbokapitalismus in die Krise. Amalthea Signum Verlag, Wien 2008, 
  • Christian Zeller (Hrsg.): Die globale Enteignungsökonomie. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2004, 
  • René Hauswirth, Lukas Meyer, Christian Felix: Das Zeitalter des Imperialismus 1870–1912. (AKAD Bildungsmedien Geschichte, GS301). Compendio Bildungsmedien, Zürich 1999,
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Donnerstag, 2. März 2017

Austerität


(von griechisch αὐστηρότης austērótēs, deutsch ‚Herbheit, Ernst, Strenge‘) bedeutet „Disziplin“, „Entbehrung“ oder „Sparsamkeit“.
Der Begriff wird vor allem in ökonomischen Zusammenhängen gebraucht und ist eine Bezeichnung für eine staatliche Haushaltspolitik, die eine Verringerung der Staatsschulden durch eine restriktive Fiskalpolitik, einer Sparpolitik anstrebt und diese durch Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen in Zeiten schlechter wirtschaftlicher Entwicklung anstrebt.

Doch die Wirkungen einer staatlichen Sparpolitik hängen insbesondere von der konjunkturellen Situation ab.
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Während das Betreiben einer antizyklischen Finanzpolitik (also das Sparen während des Aufschwungs und eine lockere Finanzpolitik während des Abschwungs) theoretisch breite Zustimmung findet, wird eine Austeritätspolitik in Krisenzeiten weitaus kritischer bewertet.
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Zu den wichtigsten Kritikern gehört der amerikanische Ökonom & Nobelpreisträger Paul Krugman.
Er hält Austeritätsmaßnahmen für verfehlt und argumentiert, dass sie eine bestehende Rezession verstärken.
Er kritisierte insbesondere Empfehlungen der OECD zugunsten Austeritätspolitik, obwohl sie durch deren eigene Prognosen nicht fundiert seien. Die gegenwärtige Austeritätspolitik funktioniere grundsätzlich nicht, so Krugman.
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Entgegen den theoretischen Annahmen schaffe Austeritätspolitik in Zeiten großer wirtschaftlicher Probleme kein Vertrauen, sondern erschwere es vielmehr, den betroffenen Staat souverän durch die Krise zu steuern.
Die Belastungen werden durch Einschnitte in den Sozialhaushalt ungerecht verteilt und treffen dann eher die Armen und eine Kürzung der Staatsausgaben führt zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums.
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Aus den Erfahrungen während der Weltwirtschaftskrise erfuhr und erlernte man, dass während rezessiver (rückläufiger) Konjunkturphasen der Versuch der Defizitreduzierungen Haushaltsdefizite reproduziert werden.
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Selbst die IWF-Studie von 2012 zeigt, dass zeitlich falsch gesteuerte Austeritätsprogramme das Wirtschaftswachstum in hohem Maße reduzieren können.

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Literatur

  • Ingo Stützle: Austerität als politisches Projekt. Von der monetären Integration Europas zur Eurokrise. Westfälisches Dampfboot, Münster 2013, ISBN 978-3-89691-938-0
  • Mark Blyth: Wie Europa sich kaputtspart: Die gescheiterte Idee der Austeritätspolitik, Verlag J.H.W. Dietz, Bonn 2014.
  • Florian Shui: Austerity. The Great Failure. Yale University Press, New Haven 2014 ISBN 978-0-300-20393-6 (kritische Rezension in The Economist)
  • Paul Krugman: Vergesst die Krise!: Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen. Campus Verlag; ISBN 978-3-59339-729-0
  • Paul KrugmanSchmalspur-Ökonomie: Die 27 populärsten Irrtümer über Wirtschaft. Campus Verlag; ISBN: 978-3-59336-287-8
  • Joseph Stiglitz: Europa spart sich kaputt: Warum die Krisenpolitik gescheitert ist und der Euro einen Neustart braucht. Siedler Verlag; ISBN: 978-3-82750-084-7

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austerity; (n.) Look up solidarity at Dictionary.com
mid-14c., "sternness, harshness," from Old French austerite "harshness, cruelty" (14c.) and directly from Late Latin austeritatem (nominative austeritas), from austerus (see austere).
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Of severe self-discipline, from 1580s; hence "severe simplicity" (1875); applied during World War II to national policies limiting non-essentials as a wartime economy.
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Freitag, 27. Januar 2017

Demos











Demos
(griechisch δῆμος dēmos „Staatsvolk“, im Gegensatz zu ἔθνος éthnos „Volk“) ist ursprünglich als Dorfgemeinde die kleinste Verwaltungseinheit innerhalb einer antiken griechischen Polis (
altgriechisch πόλις pólis, ‚Stadt‘, ‚Staat‘; ursprünglich auch: ‚Burg‘), insbesondere des ionisch-attischen Siedlungsgebiets, aber auch in einigen dorischen Poleis.
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Der Begriff geht auf das Zusammensiedeln einzelner Sippen zurück, bezeichnet eine Gemeinde, gemeinhin auch das Volk.
In der Regel wurde damit auch die Gesamtzahl der Vollbürger einer Polis (also die Bürger im Besitz der vollen Bürgerrechte) bezeichnet, die – beispielsweise in der attischen Demokratie – an der entsprechenden Volksversammlung teilnehmen konnten.
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In der Neuzeit wird auch die Bezeichnung einer Gemeinde des heutigen Griechenland hiervon abgeleitet.

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Der Demos-Begriff in der Soziologie
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In Abgrenzung zum ethnischen Volksbegriff Ethnos beschreibt Demos einen politischen und rechtlichen Begriff von (Staats)Volk.
Volk wird hier verstanden als ein soziales und politisches Gebilde, das Legitimation für das soziale Handeln allein aus den Willensbekundungen der Gemeinschaft bezieht.

Der Begriff geht hier vor allem auf die „soziologischen Beiträge zur Volkstheorie“ des Soziologen Emerich K. Francis (1906–1994) zurück und wird vor allem zur Definition neuer Konzepte von Ethnizität () u. a. von Friedrich Heckmann aufgegriffen.
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Literatur

Antike

  • Valerian von Schoeffer: Δῆμοι. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band V,1, Stuttgart 1903, Sp. 1–131.
  • Hans Volkmann: Trittyes. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 1, Stuttgart 1964, Sp. 1474–14765.
  • John S. Traill: Demos and Trittys. Epigraphical and Topographical Studies in the Organization of Attica. Athenians, Toronto 1986, ISBN 0-9692685-0-2.
Soziologie

  • Emerich Francis: Ethnos und Demos. Soziologische Beiträge zur Volkstheorie. Duncker & Humblot, Berlin 1965.
  • Friedrich Heckmann: Ethnos, Demos und Nation, oder: Woher stammt die Intoleranz des Nationalstaats gegenüber ethnischen Minderheiten? In: Uli Bielefeld (Hrsg.): Das Eigene und das Fremde. Neuer Rassismus in der alten Welt? Junius, Hamburg 1991, ISBN 3-88506-190-2, S. 51–78.
  • M. Rainer Lepsius: „Ethnos“ und „Demos“. Zur Anwendung zweier Kategorien von Emerich Francis auf das nationale Selbstverständnis der Bundesrepublik und auf die Europäische Einigung. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Bd. 38, Nr. 4, 1986, ISSN 0023-2653, S. 751–759.

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Dieses Konzeptpapier "Österreich3.0" ist in seiner jeweils letztgültigen Fassung in allen unseren fb-Gruppen als PdF-Dokument - DemoS_aktuell.2016.pdf - zum freien Download (jeweils oben im fixierten Beitrag) eingestellt.
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Zugang zu unseren (geschlossenen) fb-Gruppen findest Du über diesem Link:
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https://lookaside.fbsbx.com/file/DemoS_aktuell.2016.pdf?token=AWxUl5j5mBOXk16ZlYRxZy-PNeQ0kPU8Vt5ST6Zgj6lu0095L7JAxMDvxCA3SgEL-hmA7hA_an9dARZIP0uCb9JGwwpGDr2t32jxsm-915QHYzYmLZqto4wMpWP1X0d8c5qR2UPyzJ7yQkBR0KS8KWXfkrBrIoH5steD-MokNG0Ok_CQGWTwOm4_fvA-c1lD20M
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Mittwoch, 25. Januar 2017

Solidarität - informiere dich !


Solidarität
(abgeleitet vom lateinischen solidus für gediegen, echt oder fest; Adjektiv: solidarisch) bezeichnet eine, zumeist in einem ethisch-politischen Zusammenhang benannte Haltung der Verbundenheit mit – und Unterstützung von – Ideen, Aktivitäten und Zielen anderer. Sie drückt ferner den Zusammenhalt zwischen gleichgesinnten oder gleichgestellten Individuen und Gruppen und den Einsatz für gemeinsame Werte aus (vgl. auch Solidaritätsprinzip).
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Der Begriff Solidarität wird in vielfältiger Weise verwendet.

  • Er bezeichnet vor allem als Grundprinzip des menschlichen Zusammenlebens ein Gefühl von Individuen und Gruppen, zusammenzugehören. Dies äußert sich in gegenseitiger Hilfe und dem Eintreten füreinander. Solidarität kann sich von einer familiären Kleingruppe bis zu Staaten und Staatsgemeinschaften erstrecken.
  • In der Arbeiterbewegung wurde „Solidarität“ als Tugend der Arbeiterklasse (s. a. Brüderlichkeit) hervorgehoben. Sie hat hier eine ähnliche Bedeutung wie das Wort „Kameradschaft“ beim Militär oder anderswo.
Gelegentlich wird unterschieden zwischen

  • Solidarität der Gesinnung (Einheitsbewusstsein),
  • Solidarität des Handelns (gegenseitige Hilfsbereitschaft) und
  • Interessen-Solidarität (die durch Interessengleichheit in einer bestimmten Situation wirksam ist und nach dem Erreichen des gemeinsamen Zieles endet).
In der Soziologie unterschied Émile Durkheim zwischen

  • mechanischer Solidarität, die auf vorgegebenen gemeinsamen Merkmalen einer Gruppe beruht (z. B. Wir Arbeiter, Wir Frauen, Wir Deutsche), und
  • organischer Solidarität, deren Basis das Angewiesensein aufeinander (z. B. Spezialisten in arbeitsteiligen Gesellschaften) ist.
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Solidarität,
F., >Zusammengehörigkeit<, E. 18.  Jh.  (1798)  bzw.  1.  H.  19.  Jh.  (Courtin 1836)  Lw.  frz.  solidarite  (E.  17.  Jh.),  F., 
>Zusammengehörigkeit<,  zu  frz.  solidaire, Adj.,  >solidarisch<,  zu  lat.  in  solido,  Adv., >im  ganzen<,  zu  lat.  solidus,  Adj.,  >ganz, völlig, vollständig<
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solidarisch, 
Adj.,   >solidarisch,   gemeinschaftlich<, 19. Jh. (1810) Lw. frz. solidaire, Adj., >solidarisch, gemeinschaftlich<, zu lat.
in  solido,  Adv.,  >im  ganzen<,  zu  lat. solidus, Adj., >ganz, völlig, vollständig<

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solidarity (n.) Look up solidarity at Dictionary.com
1829, from French solidarité "communion of interests and responsibilities, mutual responsibility," a coinage of the "Encyclopédie" (1765), from solidaire "interdependent, complete, entire," from solide (see solid (adj.)).
With a capital S-, the name of an independent trade union movement in Poland, formed September 1980, from Polish Solidarność.

Politik - ... informiere Dich !


Politik
bezeichnet die Regelung der Angelegenheiten eines Gemeinwesens durch verbindliche Entscheidungen.
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Sehr allgemein kann jegliche Einflussnahme, Gestaltung und Durchsetzung von Forderungen und Zielen in privaten oder öffentlichen Bereichen als Politik bezeichnet werden.
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Zumeist bezieht sich der Begriff nicht auf das Private, sondern auf die Öffentlichkeit und das Gemeinwesen im Ganzen. Dann können das öffentliche Leben der Bürger, Handlungen und Bestrebungen zur Führung des Gemeinwesens nach innen und außen sowie Willensbildung und Entscheidungsfindung über Angelegenheiten des Gemeinwesens als Politik beschrieben werden.
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Im engeren Sinne bezeichnet Politik die Strukturen (Polity), Prozesse (Politics) und Inhalte (Policy) zur Steuerung politischer Einheiten, zumeist Staaten, nach innen und ihrer Beziehungen zueinander.
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siehe auch unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Politik
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Politik
F.,  £Politik‹,  M.  17.  Jh.  (vgl. Jablonski   1721)   Lw.   frz.   politique,   F., >Staatskunst,  Staatslehre<,  aus  mlat.  politi-
ca, politice, F., >Staatskunst<, Lw. gr. politika,  N.  Pl.,  >Staatsgeschäfte,  Staatsangelegenheiten<,  bzw.  politike  (techne),  F., >bürgerlich(e  Kunst)<,  zu  gr.  politikos, 
Adj.,  >bürgerlich,  staatlich<,  zu  gr.  polites,  M.,  >Bürger<,  zu  gr.  polis,  F.,  >Stadt, Bürgerschaft,   Staat‹,   vgl.   Geschichtliche  Grundbegriffe
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policy (n.1) Look up policy at Dictionary.com
"way of management," late 14c., policie, "study or practice of government; good government;" from Old French policie (14c.) "political organization, civil administration," from Late Latin politia "the state, civil administration," from Greek politeia "state, administration, government, citizenship," from polites "citizen," from polis "city, state" (see polis). Meaning "plan of action, way of management" first recorded c. 1400.
policy (n.2) Look up policy at Dictionary.com
"written insurance agreement," 1560s, from Middle French police "contract, bill of lading" (late 14c.), from Italian polizza "written evidence of a transaction," from Old Italian poliza, from Medieval Latin apodissa "receipt for money," from Greek apodexis "proof, declaration," from apo- "off" + deiknynia "to show," cognate with Latin dicere "to say, speak" (see diction).
polity (n.) Look up polity at Dictionary.com
1530s, from Middle French politie (early 15c.) or directly from Late Latin polita "organized government" (see policy (n.1)).
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Siehe auch Max Weber:
http://bilgungwissen.blogspot.co.at/2012/06/politik-als-beruf-broschiert-max-weber.html
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Erklärung der einem Wort innewohnenden Wahrheit

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Die Etymologie (von altgriechisch ἐτυμολογία etymología „Ableitung eines Wortes aus seiner Wurzel u. Nachweisung seiner eigentlichen, wahren Bedeutung“; befasst sich mit der Herkunft und Geschichte der Wörter.
Im Verständnis der Sprachwissenschaft ist die Wortherkunft die Erklärung der Entstehung eines Worts in einer gegebenen Gestalt und Bedeutung.


Außer der Laut- und Bedeutungsentwicklung von Wörtern und Wortteilen enthalten die etymologischen Wörterbücher noch etliche weitere Informationen:
  • Man erhält, soweit das möglich ist, Angaben dazu, seit wann ein Wort oder Wortteil in der betreffenden Sprache nachgewiesen werden kann. Diese Angaben werden nach Jahrhunderten gegeben; bei älterem Wortschatz findet man auch Hinweise auf die Sprachperiode, der eine Einheit entstammt, wenn genauere Daten nicht zu ermitteln sind.
  • Man erhält vielfältige Hinweise darauf, in welchen verwandten Sprachen ein lautlich und bedeutungsmäßig ähnliches Wort belegt ist und welche genaue Form es da hat.
  • In vielen Fällen findet man außerdem Hinweise darauf, wann zu einem bestimmten Stichwort welche Ableitungen oder Komposita aufgekommen sind.
  • In den neueren Bearbeitungen etymologischer Wörterbücher wird mehr und mehr auch den Fremdwörtern Aufmerksamkeit gezollt: Man erfährt in vielen Fällen ganze Entlehnungsgeschichten einzelner Wörter sowie eine Datierung dazu, wann das betreffende Stichwort aus welcher anderen Sprache in die aufnehmende Sprache gekommen ist. Elementare Informationen zur Herkunft von Entlehnungen findet man aber auch in Fremdwörterbüchern.
  • Manche etymologische Wörterbücher (z. B. Kluge 2002) enthalten zu den einzelnen Stichwörtern Literaturangaben, so dass man bei Bedarf der Forschungslage nachgehen kann.
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Literatur

Für etymologische Wörterbücher der deutschen Sprache siehe den Artikel Etymologisches Wörterbuch.
  • Hans Arens: Sprachwissenschaft. Der Gang ihrer Entwicklung von der Antike bis zur Gegenwart. Zweite, durchgesehene und stark erweiterte Auflage. Alber, Freiburg/ München 1969.
  • Helmut Birkhan: Etymologie des Deutschen. Peter Lang, Bern etc. 1985, ISBN 3-261-03206-5. (= Germanistische Lehrbuchsammlung, 15)
  • Harri Meier: Prinzipien der etymologischen Forschung. Carl Winter-Universitätsverlag, Heidelberg 1986, ISBN 3-533-03645-6.
  • Heike Olschansky: Volksetymologie. Niemeyer, Tübingen 1996, ISBN 3-484-31175-4. (= Germanistische Linguistik, 175)
  • Rüdiger Schmidt: Etymologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977 (= Wege der Forschung, 373), ISBN 3-534-06946-3.
  • Wolfgang Schweickard: «Etymologia est origo vocabulorum...». Zum Verständnis der Etymologiedefinition Isidors von Sevilla. In: Historiographia Linguistica, 12 (1985), 1–25.
     
  • Elmar Seebold: Etymologie. Eine Einführung am Beispiel der deutschen Sprache. Beck, München 1981, ISBN 3-406-08037-5.
  • Jost Trier: Etymologie. In: Joachim Ritter (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 2, Basel 1972, Sp. 816–818.
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    etymology (n.) Look up etymology at Dictionary.com
    late 14c., ethimolegia
    "facts of the origin and development of a word," from Old French etimologie, ethimologie (14c., Modern French étymologie), from Latin etymologia, from Greek etymologia "analysis of a word to find its true origin," properly "study of the true sense (of a word)," with -logia "study of, a speaking of" (see -logy) + etymon "true sense," neuter of etymos "true, real, actual," related to eteos "true," which perhaps is cognate with Sanskrit satyah, Gothic sunjis, Old English soð "true."
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    http://www.etymonline.com/index.php?allowed_in_frame=0&search=Etymology
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